St. 07Die Etappen
Etappe 3: Manderscheid bis Wittlich, das Tiefental
Die dritte Etappe ist die längste und anspruchsvollste: 23 Kilometer durch das tiefe Liesertal, über Felsenpfade und an Mühlen vorbei.

Die dritte Etappe des Lieserpfads ist die längste und anspruchsvollste: 23 Kilometer von Manderscheid nach Wittlich durch das tiefe Liesertal. Sie ist der Grund, warum der Weg als anspruchsvoll gilt, und sie ist der Abschnitt, der die meisten Wanderer müde macht. Wer sie vorbereitet, geht sie am dritten Tag; wer sie meidet, hat den Weg nicht verstanden.
Der Weg ins Tiefental
Die Etappe beginnt in Manderscheid und führt zunächst zu den Burgen oberhalb des Ortes. Von dort fällt der Weg steil ins Tal ab und folgt der Lieser, die sich hier tief ins Land geschnitten hat. Der Pfad läuft am Hang oder auf Felsen knapp oberhalb des Flusses, ist stellenweise nur einen halben Meter breit und verlangt festes Schuhwerk und Trittsicherheit.
Die ersten Kilometer sind die schwersten: der Weg geht über Baumwurzeln, über Blöcke, an moosigen Felswänden vorbei. Wer hier nicht sicher ist, sollte nicht gehen; wer sicher ist, findet den landschaftlich dichtesten Abschnitt des ganzen Weges. Das Tal ist eng, das Wasser dunkel, und die Stille wird nur vom Fluss und vom Wind in den Bäumen unterbrochen.
Eisenschmitt und die Klosterkirche
Nach etwa acht Kilometern erreicht der Weg Eisenschmitt, einen kleinen Ort am Fluss mit einer ehemaligen Klosterkirche und einem Klosterhof, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht. Hier gibt es Einkehr und die Möglichkeit, die Etappe zu unterbrechen oder zu beenden. Wer weitergeht, folgt der Lieser weiter durch das Tal, das sich langsam öffnet.
Eisenschmitt ist der einzige Ort mitten in diesem Abschnitt und der einzige Punkt, an dem man die Etappe abkürzen kann, ohne den Weg zu verlassen. Wer müde ist, kann hier aussteigen und per Bus oder Taxi zurück nach Manderscheid oder weiter nach Wittlich.
Die Üdersdorfer Mühle und der Eifelsteig
Etwa fünf Kilometer nach Eisenschmitt liegt die Üdersdorfer Mühle, eine Mühle am Fluss, die seit Generationen in Betrieb ist. Hier trifft der Eifelsteig den Lieserpfad, und hier gibt es Einkehr und die Möglichkeit, zu rasten. Die Mühle ist einer der bekanntesten Punkte am Weg und der Ort, an dem die dritte Etappe ihren Mittelpunkt hat.
Nach der Mühle zieht der Weg wieder in offeneres Land. Das Tal öffnet sich, die Hänge fallen nicht mehr so steil ab, und der Weg führt durch Felder und Wälder in Richtung Wittlich.
Das Ende in Wittlich
Die letzten Kilometer führen durch offeneres Land in Richtung Wittlich. Die Stadt liegt auf etwa 200 Metern, der Weg fällt ab und erreicht den Ortsrand. Wittlich ist die größte Stadt am Weg mit etwa 20.000 Einwohnern, einer Altstadt und dem größten Angebot an Unterkünften.
Wer die Etappe beendet, hat 23 Kilometer hinter sich und den schwersten Tag geschafft. Die Unterkünfte liegen rund um die Altstadt und am Ortsrand, Gasthäuser und Cafés bieten die Grundversorgung. Wer den Abend noch nutzen will, kann durch die Altstadt gehen oder die Säubrennerkirche besuchen.
Die dritte Etappe als Prüfung
Die dritte Etappe ist die längste und anspruchsvollste des Weges. Sie führt durch das tief eingeschnittene Liesertal, über schmale Steige und Felsen, und hat lange Stücke ohne Einkehr. Wer die Etappe geht, braucht festes Schuhwerk, ausreichend Wasser und Zeit: die 23 Kilometer dauern länger als die Kilometer anderer Etappen, weil das Gelände langsamer macht.
Die Orte auf halber Strecke
Auf der langen Etappe liegen zwei Orte, die den Tag teilen: Eisenschmitt mit seinem ehemaligen Kloster am Fluss, und die Üdersdorfer Mühle, wo der Eifelsteig den Lieserpfad kreuzt. Beide bieten Einkehr und eine Pause im Tal. Wer die Etappe in zwei Hälften teilt, legt die Pause dort ein, wo das Tal am engsten ist und der Fluss am lautesten.
Die Geologie des Tals
Das Tiefental ist ein Kerbtal: die Lieser hat sich in das Gestein eingeschnitten, während das Land sich hob. Die Felsen am Weg sind Schiefer und Grauwacke, die das Wasser über Jahrtausende geformt hat. Wer den Weg geht, sieht die Geologie: die Felswände, die Schuttkegel und den Fluss, der sich durch das Tal windet.
Gemerkt
- 23 Kilometer von Manderscheid nach Wittlich, die längste und anspruchsvollste Etappe.
- Schmale Felssteige, bei Nässe rutschig; festes Schuhwerk und Trittsicherheit nötig.
- Einkehr in Eisenschmitt und an der Üdersdorfer Mühle, die einzigen Punkte zum Unterbrechen.
- Wer die Etappe geht, sollte früh starten und genug Zeit und Wasser einplanen.
- Der landschaftlich dichteste Abschnitt des ganzen Weges.


