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Das StempelbuchEin Wanderheft entlang der Lieser

St. 05Orte am Weg

Manderscheid und die zwei Burgen: ein Kurort

Manderscheid ist ein heilklimatischer Kurort mit zwei Burgen oberhalb des Ortes. Über die Geschichte, die Burgen und den zweiten Etappenort.

Gegangen am · P. Leyendecker, Wegereporter · gelesen von K. Daamen · 704 Wörter

Zwei Burgruinen auf einem bewaldeten Hügel, eine im Vordergrund, eine im Hintergrund, dahinter ein Tal mit einem Fluss
Die zwei Burgen von Manderscheid liegen oberhalb des Ortes und blicken ins Liesertal. Tafel: U. Berges, Tafeln des Hefts.

Manderscheid ist der zweite Etappenort des Lieserpfads und der kleinste: ein heilklimatischer Kurort mit etwa 1500 Einwohnern, zwei Burgen und einem Marktplatz, der das Zentrum bildet. Wer hier absteigt, hat 18 Kilometer hinter sich und die schwerste Etappe vor sich. Manderscheid ist der Ort, der den Weg strukturiert: hier liegt der Mittelpunkt, hier beginnt das Tiefental.

Die Geschichte des Ortes

Manderscheid wurde im Mittelalter gegründet und war jahrhundertelang ein kleiner Ort am Fluss. Die zwei Burgen oberhalb des Ortes, die Oberburg und die Niederburg, wurden im 12. und 13. Jahrhundert gebaut und kontrollierten das Liesertal. Die Burgen waren der Sitz der Herren von Manderscheid, einer Familie, die über die Region herrschte. Der Ort blieb klein, bis er im 19. Jahrhundert als Kurort entdeckt wurde: die Lage am Fluss, das Klima und die Ruhe machten ihn zu einem Ziel für Erholungssuchende. Heute ist Manderscheid ein heilklimatischer Kurort mit Kurpark, Kliniken und einem Angebot an Unterkünften, das für die Größe des Ortes bemerkenswert ist.

Die zwei Burgen

Die Oberburg liegt auf einem Felsen oberhalb des Ortes und ist die ältere der beiden Burgen. Sie wurde im 12. Jahrhundert gebaut und war jahrhundertelang der Sitz der Herren von Manderscheid. Die Burg ist eine Ruine, aber der Bergfried ist erhalten und bietet einen Blick ins Tal und auf den Ort.

Die Niederburg liegt etwas tiefer und ist besser erhalten. Sie wurde im 13. Jahrhundert gebaut und war der Sitz der Herren von Manderscheid-Niederburg. Die Burg ist ebenfalls eine Ruine, aber die Mauern, der Bergfried und Teile des Palas sind erhalten. Beide Burgen sind begehbar und bieten Blicke ins Tal und auf den Ort. Der Weg vom Ort zu den Burgen dauert etwa eine halbe Stunde und ist eine eigene kleine Wanderung.

Das Museum in der Oberburg

Die Oberburg beherbergt ein kleines Museum, das die Geschichte der Burgen und der Stadt erzählt. Wer hineingeht, sieht Funde aus der Burganlage, Modelle der Burgen und die Geschichte der Manderscheider Grafen. Das Museum ist klein, aber es ordnet die Burgen ein: sie waren nicht nur Festungen, sondern auch Residenzen und Zeichen der Herrschaft über das Tal.

Der Felsenpfad zwischen den Burgen

Der Lieserpfad führt oberhalb der Lieser von der Oberburg zur Niederburg, auf einem Felsenpfad, der bei Nässe glitschig ist und Trittsicherheit verlangt. Der Weg ist schmal, teils auf Felsen, und führt durch Wald und über Felsen. Wer hier geht, hat die Burgen im Blick und die Lieser unter sich. Der Felsenpfad ist der landschaftlich schönste Abschnitt der zweiten Etappe und der Grund, warum Manderscheid eine Stelle für sich ist.

Der Ort heute

Manderscheid ist ein Kurort mit einem Angebot an Unterkünften, das für die Größe des Ortes bemerkenswert ist: Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und einzelne Zimmer in Privathäusern. Der Marktplatz ist das Zentrum, hier gibt es Cafés, Gasthäuser und Läden für die Grundversorgung. Der Kurpark liegt am Ortsrand und bietet einen ruhigen Platz zum Ausruhen. Das Maar-Museum im Ort dokumentiert die vulkanische Geologie der Region.

Die Burgfestspiele

Jedes Jahr im Spätsommer finden in Manderscheid die Burgfestspiele statt: Theateraufführungen auf der Burganlage, die das Gelände zum Schauplatz machen. Die Festspiele gehören zum Leben des Ortes und sind ein Grund, warum Manderscheid in der Saison voller ist, als seine Größe vermuten lässt. Wer den Weg im August oder September geht, kann die Festspiele in den Abend einplanen.

Der Kurort Manderscheid

Manderscheid ist heilklimatischer Kurort, ein Titel, den der Ort wegen seines Klimas trägt: die Luft ist rein, die Lage im Tal schützt vor Wind, und die Wälder der Umgebung laden zum Aufenthalt ein. Der Kurort hat einen Kurpark, Kneipp-Anlagen und das Angebot, das zu einem Kurort gehört. Für den Wanderer ist Manderscheid ein Ort, an dem man nach der Etappe bleiben kann, ohne dass der Abend langweilig wird.

Die Nacht in Manderscheid

Wer den Lieserpfad in vier Tagen geht, schläft hier nach der zweiten Etappe. Die Unterkünfte liegen rund um den Marktplatz und am Ortsrand, die Burgen sind am Abend noch erreichbar. Wer den Abend nutzen will, kann zu den Burgen hinaufsteigen und den Blick ins Tal genießen. Das Heft trägt Manderscheid als Stelle 05 ein, weil es der Mittelpunkt ist: der Ort, an dem der Weg vom Maarland in das Tiefental wechselt, und der Ort, an dem die zwei Burgen das Tal beherrschen.

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